Third Culture Kids

 

Zugehörigkeit ist eines unserer elementarsten Grundbedürfnisse. Wir möchten wissen, wohin wir gehören, fühlen uns verbunden und haben den Halt und die Wurzeln, die wir brauchen, um zu wachsen und uns weiterzuentwickeln.

Dazu gehört, dass wir bestimmte Dinge als gegeben betrachten dürfen. Wir müssen nicht ständig darüber nachdenken, welches Verhalten gerade angemessen ist oder wie unser Zusammenleben funktioniert. Wenn wir in einem bestimmten Land mit einer bestimmten Kultur und einem festen Kreis an Bezugspersonen aufwachsen, haben wir einen inneren Begriff von Heimat und einen Ort, an den wir zurückkehren können, den wir gut kennen, und der uns eine gewisse Geborgenheit und Sicherheit vermittelt. Wir entwickeln ein bestimmtes Wertesystem und eine eigene Identität. Wir haben also ein Bewusstsein dafür, wer wir sind und wohin wir gehören.

Wenn Kinder und Jugendliche aufgrund der beruflichen Tätigkeit ihrer Eltern einen Großteil ihrer prägenden Jahre außerhalb ihrer Heimatkultur verbringen, ist dieses Bewusstsein noch nicht da.

Ihre Identität, ihr Wertesystem und die Fähigkeit Beziehungen einzugehen befindet sich noch in der Entwicklung.

In einer immer globaler werdenden Welt, in der von Arbeitnehmern immer mehr räumliche Flexibilität erwartet wird, nimmt die Zahl dieser Kinder, so genannter Third Culture Kids, zu.

International agierende Firmen wissen längst um die vielen Vorteile des Aufwachsens in verschiedenen Kulturen. Erwachsene TCKs sprechen oft mehrere Sprachen fließend, können sich in ausländische Mitarbeiter häufig besser hineinversetzen und haben ein gutes interkulturelles Verständnis. Sie sind viel gereist, haben ein breites Spektrum an erlebtem und nicht nur erlesenem Wissen und sind sehr anpassungsfähig. Das macht sie zu begehrten Mitarbeitern.

Leider wird dabei oft übersehen, dass dieses Leben neben den wunderbaren Vorzügen für viele auch einen hohen Preis hat.

Die Fragen: Wer bin ich? Wo ist mein zu Hause? Wohin gehöre ich? sind für viele TCKs nicht immer leicht zu beantworten.

Die vielen kulturübergreifenden Umzüge, die vielen damit verbundenen Übergangs- und Veränderungserfahrungen und die hohe Mobilität, die das Leben eines TCKs bestimmen, führen dazu, dass es immer wieder zu Entwurzlungen kommt und Verluste ein ständiger Begleiter sind.

Dies erschwert die Ausbildung einer eigenen Persönlichkeit, verhindert oft tiefe Beziehungen und kann zu einem Leben in ständiger Rastlosigkeit führen.

Die Gewissheit, irgendwo wirklich anzukommen und ein echtes zu Hause zu haben, haben viele TCKs nicht.

Überall zu Hause hilft Menschen mit einer TCK-Erfahrung, im Einzelcoaching Verluste aufzuarbeiten und Strategien für ein ressourcenvolles Leben mit einem festen Fundament zu entwickeln.

Eltern werden in gezielten Trainings darauf vorbereitet, bei der Ausreise- bzw. Rückkehrplanung die Phase des Abschieds bewusster zu gestalten, die Bedürfnisse ihrer Kinder im Auge zu behalten und Zusammenhänge zwischen nicht verarbeiteter Trauer (Verlust von Beziehungen, Orten etc.) und möglicher unerwarteter Wutausbrüche, Rückzug oder Rebellion zu erkennen und richtig einzuordnen. Jüngere Kinder, die noch keine Worte für ihre Gefühle haben, werden in ihrem Abschiedsschmerz ernster genommen, können ihre Traurigkeit zeigen und im Trauerprozess von ihren Eltern begleitet werden.

Dadurch erhalten Sie als Eltern eine größere Sicherheit und können die Entscheidung, mit ihren Kindern ins Ausland zu gehen, bewusster und verantwortungsvoller treffen.

Das Wissen über diese Zusammenhänge und eine gute Vorausplanung sind ein wesentlicher Faktor für eine gesunde Ablösung von Beziehungen und eine gute Wiedereinbindung in die neue (oder alte) Gemeinschaft, damit die vielen Vorteile, die eine TCK Erfahrung mit sich bringt zum ausschlaggebenden Kriterium werden können!